„Sportliche Planungssicherheit“ Boteli-Verkauf von Gladbach nach Sion ist durch – Weiterer Transfer möglich

Winsley Boteli lief für die U17, U19 und U23 von Borussia Mönchengladbach auf.

Foto: Heiko van der Velden

Update | Mönchengladbach · Als Super-Joker beim FC Sion hat Winsley Boteli so überzeugt, dass der Schweizer Klub die Kaufoption gezogen hat. Borussia Mönchengladbach bringt der Deal eine ordentliche Summe, die unter Umständen noch wachsen könnte. Wie Rouven Schröder den Verkauf einordnet.

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Winsley Boteli wird Borussia Mönchengladbach als Rekordspieler verlassen: Keiner, der nicht eine Pflichtspielminute für die Profis absolvierte, brachte jemals so viel Geld ein. Der FC Sion hat die im Leihvertrag verankerte Kaufoption gezogen, womit Boteli 3,5 Millionen Euro in die Gladbacher Transfer-Kasse spült. Sportchef Rouven Schröder ließ sich demnach nicht darauf ein, von der Summe abzuweichen, worauf Sion mit seinem berüchtigten Präsidenten Christian Constantin spekuliert hatte.

Am Montag ging der Transfer, über den unsere Redaktion bereits berichtet hatte, offiziell über die Bühne. „Wir freuen uns für Winsley und für den FC Sion, dass die Leihe für ihn so positiv verlaufen ist“, sagte Schröder. „Und uns gibt dieser Transfer zu einem frühen Zeitpunkt weitere sportliche Planungssicherheit und die Möglichkeit, in den Kader zu investieren.“

Nun wird es für Borussia interessant, ob Sion den 19-Jährigen weiterverkauft oder behält. Die Schweizer schauten am Sonntag gespannt auf das Pokalfinale: Durch den Sieg des FC St. Gallen zieht Sion in die Qualifikation zur Conference League ein.

Größere Klubs wie der FC Brügge haben Boteli im Blick, der in der abgelaufenen Saison acht Ligatore in nur 651 Einsatzminuten erzielte. Der belgische Meister lieferte vor zwei Jahren ein Exempel für eine inzwischen verbreitete Transfer-Strategie: Damals kaufte Brügge den griechischen Shootingstar Christos Tzolis für 6,5 Millionen Euro von Fortuna Düsseldorf, den der damalige Zweitligist wenige Wochen zuvor erst für 3,5 Millionen per Kaufoption verpflichtet hatte. Mittlerweile ist Tzolis 30 Millionen wert.

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Welchen Weg schlägt Boteli ein? Bei ihm soll Borussia eine Weiterverkaufsbeteiligung über zehn Prozent des Gewinns besitzen. Wie unsere Redaktion erfuhr, schweben Sion zehn Millionen Euro vor, was einem Gewinn von 6,5 Millionen entsprechen würde. Die hohe Summe rechtfertigt sich allein durch die Vertragsdauer, in Sion hat Boteli einen Vertrag bis 2030 unterschrieben. Genua CFC fasst derzeit ein Angebot über sieben Millionen ins Auge. Vielleicht bleibt Boteli auch noch ein Jahr in der Schweizer Liga, wo er bislang nicht Stammspieler war, die mögliche Qualifikation für die Conference League würde die Aussicht auf Spielzeit weiter steigern.

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Foto: David Inderlied/dpa/David Inderlied

Erst mal klingen Botelis Worte nicht nach einem schnellen Abschied: „Ich bin sehr glücklich, weiterhin für den FC Sion spielen zu dürfen. Seit meiner Ankunft habe ich großes Vertrauen vom Klub vom Staff und von den Fans gespürt. Diese Saison hat mir ermöglicht, enorme Fortschritte zu machen, und ich bin überzeugt, dass hier noch viel Schönes auf mich wartet. Ich möchte mich mit dieser Mannschaft weiterentwickeln und alles für dieses Trikot geben.“

Schon jetzt kommt der Wechsel bei Borussia eine wichtige Bedeutung zu, das unterstrich Schröder mit seinen Worten. Boteli, vor vier Jahren aus der Jugend von Servette Genf geholt, hilft den Gladbachern, früh im Sommer mehrere Deals zu vollziehen.

Zur Erinnerung: Vor einem Jahr war Borussia beispielsweise um diese Zeit nicht in der Lage, die deutlich niedrigere Ausstiegsklausel von Shuto Machino bei Holstein Kiel zu bedienen, und zahlte Ende Juli schließlich sieben Millionen Euro. Neben den höheren Ausgaben gab es den negativen Effekt, dass Machino wichtige Teile der Vorbereitung verpasste, und bis heute nicht richtig angekommen ist in Gladbach.

Gepaart mit den Einsparungen in der Winter-Transferperiode und dem frühzeitigen Verkauf von Rocco Reitz im März ist der Klub dem Status des Vorjahres meilenweit voraus. Weitere Einnahmen könnten bald folgen, wenn sich Borussia mit dem KSC auf einen festen Transfer von Leihstürmer Shio Fukuda einigt. Der Deal würde ein weiteres wichtiges Projekt unterstützen, die Verkleinerung des Kaders. U23-Talent Boteli gehörte offiziell nicht einmal dazu – und bringt ihn nun indirekt voran.

(jaso)
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