Vom 11. Juni an werden 1248 Spieler an der Weltmeisterschaft in den USA, Kanada und Mexiko teilnehmen – fünf davon stehen bei Borussia Mönchengladbach unter Vertrag. Nico Elvedi wurde für die Schweiz nominiert und hat den sichersten Stammplatz. Jens Castrop hat mit Südkorea bereits die Vorbereitung aufgenommen. Haris Tabakovic steht im Aufgebot von Bosnien-Herzegowina. Joe Scally und Giovanni Reyna erfüllen sich den Traum von der Heim-WM mit den USA. Dabei stellt Elvedi einen Vereinsrekord ein: Nur Berti Vogts fuhr als Gladbach-Profi ebenfalls dreimal zur WM.
Der Schweizer darf sich gute Chancen ausrechnen, nach Vogts und Rainer Bonhof als dritter Borusse eine zweistellige Zahl an Einsätzen zu erreichen. 2018 spielte er viermal, 2022 zweimal. Es kommt in der Gruppe der „Nati“ zum Duell mit Bosnien-Herzegowina und Tabakovic, der bis zum 30. Juni noch als Leih-Borusse bei der WM unterwegs ist – sofern seine Fußverletzung es zulässt. Der Angreifer gab sich optimistisch in der vergangenen Woche.
Erst zum dritten Mal in der WM-Geschichte würden zwei Gladbacher aufeinandertreffen: 2010 waren es Michael Bradley (USA) und Karim Matmour (Algerien), 2022 Ko Itakura (Japan) und Jonas Hofmann (Deutschland). Seit dem Höchstwert im Jahr 2018 ist die Zahl der WM-Borussen rückläufig. Auf damals sieben in Russland folgten sechs in Katar und nun fünf beim ersten Weltturnier in drei Ländern.
Gladbach: Top-Torschütze Martin Dahlin
Ein Tor erzielte zuletzt Josip Drmic vor acht Jahren, das berühmteste jährt sich bald zum 20. Mal: Oliver Neuville entfachte mit dem Last-Minute-Tor gegen Polen das Sommermärchen 2006 erst so richtig. Lediglich Martin Dahlin traf mehrmals, 1994 in den USA gleich viermal für Schweden. In seine Fußstapfen hätte Tim Kleindienst treten sollen, der DFB-Stürmer nahm sein WM-Aus trotz des Comebacks kurz vor dem Saisonende gefasst auf: Kostenpflichtiger Inhalt „Wäre ich mitgefahren, wäre es nahezu außergewöhnlich gewesen“, sagte er angesichts von zwölf Monaten fast ohne Einsätze.
Shuto Machino hatte mit Japan das erste Ticket abgesehen von den Gastgebern gelöst, bei der Bekanntgabe des WM-Kaders fehlte er nach schwachen Leistungen für Borussia im Aufgebot. Dass er es für Österreich packen könnte, hätte Kevin Stöger vermutlich selbst nicht mehr für möglich gehalten. Wie erwartet, berücksichtigte Ralf Rangnick den Mittelfeldspieler nicht. Kevin Diks wäre für Indonesien gesetzt gewesen, scheiterte aber in der Qualifikation.
Reyna, Castrop und Tabakovic vergrößern den Kreis der Spieler, die als Gladbacher für eine WM nominiert wurden, auf 35. Der erste war Albert Brülls 1962.