=============================================================================== POLITISCHE NACHRICHTEN - 9. JUNI 2026 (DIENSTAG) Recherchezeitpunkt: 9. Juni 2026 =============================================================================== ━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━ STORY 1: NAHOST-KONFLIKT ━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━ TITEL: Iran und Israel stellen Angriffe ein – Netanjahu bestätigt Feuerpause nach Eskalation TEASER: Nach den ersten gegenseitigen Angriffen seit der Waffenruhe von April haben Iran und Israel eine Feuerpause verkündet. Iran sprach von einer "schmerzhaften Antwort" an Israel, stellte aber weitere Angriffe ein. Israels Premier Netanjahu bestätigte die Feuerpause, warnte jedoch vor weiteren Aktionen. US-Präsident Trump erklärte, er habe Netanjahu zur Zurückhaltung gedrängt und vor einem Alleingang gewarnt: "Du solltest besser vorsichtig sein, oder du bist bald auf dich allein gestellt." Die Spannungen bleiben hoch, mit neuen Kämpfen zwischen Israel und der Hisbollah im Südlibanon. QUELLE: https://www.tagesschau.de/ausland/asien/iran-israel-angriffe-130.html WEITERE QUELLEN: - https://www.bbc.com/news/articles/cj6ge150z5go - https://www.welt.de/politik/ausland/article6a25c528f5733f3ac10b0070/iran-krieg-du-solltest-besser-vorsichtig-sein-trump-warnt-netanjahu-vor-alleingang.html VOLLTEXT: [VOLLSTÄNDIG GESCRAPED - 5637 Zeichen] Der Iran-Krieg drohte weiter zu eskalieren, jetzt zeichnet sich leichte Entspannung ab: Israel und Iran wollen vorerst auf neue Angriffe verzichten. Doch die Spannungen bleiben. Das zeigen neue Kämpfe im Libanon. Nach den ersten gegenseitigen Angriffen seit Beginn einer Waffenruhe vor rund zwei Monaten hat die iranische Armee eine "Einstellung" ihrer Angriffe auf Israel angekündigt. Die Islamische Republik habe zur Unterstützung des Libanons Israel eine "schmerzhafte Antwort" erteilt, hieß es in einer vom staatlichen Rundfunk verbreiteten Erklärung der Militärführung. Der iranische Präsident Massud Peseschkian versicherte zudem, dass Iran am Verhandlungstisch bleibe: "Die Verteidigung und die Diplomatie sind die zwei Pfeiler der nationalen Stärke." Der israelische Premierminister Benjamin Netanjahu bestätigte eine Feuerpause. Sollte Iran einen Fehler begehen und Israel erneut angreifen, werde man in aller Härte reagieren. Ein ranghoher israelischer Regierungsvertreter sagte: "Auf Wunsch von Trump stellen wir die Angriffe auf den Iran ein." Trump hatte auf Truth Social Iran und Israel aufgefordert, die Angriffe sofort einzustellen. Wenig später teilte er mit, beide Seiten würden einen "sofortigen Waffenstillstand" in Betracht ziehen. Wie nachhaltig die Entwicklung ist, bleibt unklar – kurz nach der Verkündung erfolgten neue Angriffe im Südlibanon. ━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━ STORY 2: DEUTSCHLAND/EUROPA – RÜSTUNGSPOLITIK ━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━ TITEL: Aus für FCAS: Deutsch-französisches Kampfjet-Projekt endgültig gescheitert TEASER: Bundeskanzler Friedrich Merz und Frankreichs Präsident Emmanuel Macron haben das milliardenschwere Rüstungsprojekt FCAS (Future Combat Air System) für gescheitert erklärt. Jahrelange Streitigkeiten zwischen den Industriepartnern Airbus und Dassault über Führungsrollen und Technologieanteile führten zum Aus des rund 100 Milliarden Euro schweren Vorzeigeprojekts. Dassault-Chef Trappier hatte zuletzt unmissverständlich klargemacht, dass er "alleiniger Chef im Ring" sein wolle. Die Grünen werfen der Bundesregierung "fahrlässiges Versagen" vor. Deutschland muss sich nun nach neuen Partnern für einen Kampfjet der nächsten Generation umsehen. QUELLE: https://www.tagesschau.de/ausland/europa/fcas-kampfjet-100.html WEITERE QUELLEN: - https://www.zeit.de/politik/2026-06/deutsch-franzoesisches-kampfjet-projekt-fcas-ist-gescheitert - https://www.welt.de/politik/deutschland/article6a26d4faf1ea924ca06cc925/fcas-scheitern-milliardenprojekt-der-europaeischen-ruestungskooperation-am-ende.html VOLLTEXT: [VOLLSTÄNDIG GESCRAPED - 5332 Zeichen] Die Idee klang vielversprechend: Deutschland und Frankreich bauen gemeinsam einen Kampfjet. Doch nach viel Hin und Her haben Merz und Macron das Prestigeprojekt der Rüstungskooperation gestoppt. Noch im März hatte Macron am Rande eines EU-Gipfels versucht, Optimismus zu verstreuen. Doch schon seit rund einem Jahr knirschte es bei den Industriepartnern gewaltig. Dassault-Chef Eric Trappier machte überdeutlich, dass er alleiniger Chef im Ring sein wolle: "Ich will eine klare Führung, nicht nur auf dem Papier." Der Verdacht kam auf, Frankreich wolle Knowhow und Auftragsvergabe in der Hand behalten, während deutsche Partner vor allem mitfinanzieren sollten. Die IG Metall forderte bereits eine Aufkündigung der Zusammenarbeit. Aus deutschen Regierungskreisen hieß es, der Bundeskanzler habe Macron "nahegelegt, den Bau eines gemeinsamen Kampfflugzeugs nicht weiterzuverfolgen". Aus dem Elysée-Palast wurde später bestätigt: "Die deutschen Behörden sind der Meinung, dass es nicht möglich war, noch mehr Druck auf die beteiligten Unternehmen auszuüben." 2017 war die Kooperation zwischen Angela Merkel und Macron aufgesetzt worden. Deutschland wird sich nun nach neuen Partnern umschauen müssen. ━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━ STORY 3: EUROPA/INTERNATIONAL – INTERNATIONALE JUSTIZ ━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━ TITEL: Internationaler Strafgerichtshof suspendiert Chefankläger Karim Khan TEASER: Der Internationale Strafgerichtshof (IStGH) in Den Haag hat seinen Chefankläger Karim Khan mit sofortiger Wirkung vom Dienst suspendiert. Dem britischen Juristen werden sexuelle Übergriffe gegen eine enge Mitarbeiterin vorgeworfen – sie soll mehrfach und über einen längeren Zeitraum bedrängt und zu sexuellen Handlungen gezwungen worden sein. Eine UN-Kommission hatte die Vorwürfe untersucht und im Dezember 2025 einen bislang unveröffentlichten Bericht vorgelegt. Khan, der internationale Haftbefehle gegen Netanjahu und Putin erlassen hatte, weist alle Anschuldigungen zurück. Eine Sondersitzung der 125 Vertragsstaaten soll über eine mögliche Amtsenthebung entscheiden. QUELLE: https://www.tagesschau.de/ausland/europa/internationaler-strafgerichtshof-chefanklaeger-100.html WEITERE QUELLEN: - https://www.zeit.de/politik/ausland/2026-06/istgh-karim-khan-chefanklaeger-vorwuerfe-sexuelle-uebergriffe-suspendiert - https://www.welt.de/politik/ausland/article6a274ceab20db0d89b659c99/internationaler-strafgerichtshof-verdacht-auf-sexuelle-uebergriffe-chefanklaeger-suspendiert.html VOLLTEXT: [VOLLSTÄNDIG GESCRAPED - 1955 Zeichen] Der Chefankläger des Internationalen Strafgerichtshofes (IStGH), Karim Khan, ist wegen des Verdachts auf sexuelle Übergriffe mit sofortiger Wirkung von seinem Dienst suspendiert worden. Das teilte das Präsidium der Vertragsstaaten des Gerichts in Den Haag mit. Über eine mögliche Amtsenthebung sollen die Vertragsstaaten in einer Sondersitzung endgültig entscheiden. 2024 hatte eine enge Mitarbeiterin dem britischen Juristen sexuelle Übergriffe vorgeworfen. Eine Kommission der Vereinten Nationen hatte die Vorwürfe untersucht und im Dezember 2025 ihren Bericht vorgelegt, der bisher nicht veröffentlicht wurde. Drei Richter des Weltstrafgerichts hatten ein Rechtsgutachten vorgelegt, ebenfalls unveröffentlicht. Khan lässt sein Amt seit gut einem Jahr vorläufig ruhen. Er war seit 2021 Chefankläger und hatte unter anderem einen Haftbefehl gegen Netanjahu und gegen Putin erlassen. 125 Staaten haben den Grundlagenvertrag unterzeichnet, darunter alle EU-Staaten. Die USA, Russland und Israel gehören dem Gericht nicht an. ━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━ STORY 4: WELTPOLITIK – CHINA/NORDKOREA ━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━ TITEL: Xi Jinping in Nordkorea: China und Pjöngjang bekräftigen Beistandspakt TEASER: Chinas Staatschef Xi Jinping absolviert einen zweitägigen Staatsbesuch in Nordkorea – seinen ersten seit 2019. Er und Machthaber Kim Jong Un vereinbarten eine Vertiefung der bilateralen Beziehungen zum 65. Jahrestag ihres Beistandsvertrags. Kim nannte den Besuch ein Zeichen "höchster Wichtigkeit" und bekräftigte das "One China"-Prinzip. Xi reist in Begleitung von Verteidigungsminister Dong Jun und Außenminister Wang Yi. China versucht, seinen Einfluss auf den strategisch wichtigen Partner zurückzugewinnen, der sich zuletzt Russland angenähert hatte. Analysten sehen Kim durch die Russland-Beziehungen in einer stärkeren Verhandlungsposition als 2019. QUELLE: https://www.bbc.com/news/live/cdepg4kw985t WEITERE QUELLEN: - https://www.tagesschau.de/ausland/asien/nordkorea-besuch-xi-100.html - https://www.zeit.de/politik/ausland/2026-06/china-nordkorea-xi-jinping-kim-jong-un-unterstuetzung VOLLTEXT: [VOLLSTÄNDIG GESCRAPED - 13839 Zeichen (BBC-Liveblog)] Chinese leader Xi Jinping is wrapping up a two-day visit to Pyongyang, his first official trip since 2019. Xi and Kim held a summit pledging expanded cooperation. The visit follows separate meetings with Trump and Putin in Beijing and comes as Beijing tries to reassert sway over a strategically vital yet unpredictable partner that has drawn closer to Russia. Kim said North Korea would uphold its friendship with China as a top priority and reaffirmed support for Beijing's "One China" principle. Xi is accompanied by top officials including Cai Qi (Politburo Standing Committee), Defence Minister Dong Jun, Foreign Minister Wang Yi, and Commerce Minister Wang Wentao. Analysts note that Kim has more leverage now than in 2019 due to burgeoning ties with Russia, reducing dependence on Beijing. The leaders visited the China-North Korea Friendship Tower commemorating Chinese soldiers from the Korean War, and the Central Cadre School of the Workers' Party – North Korea's top political education institute. ━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━ STORY 5: AFRIKA/INTERNATIONAL – MIGRATION ━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━━ TITEL: Südafrika: Gewaltsame Proteste gegen Migranten – Ramaphosa kündigt Härte an TEASER: Südafrika wird von einer Welle gewalttätiger Proteste gegen illegale Einwanderung erschüttert. In Johannesburg, Durban, Pretoria und East London kam es zu Angriffen auf Migranten und deren Geschäfte – brennende Hütten, geplünderte Läden. Präsident Cyril Ramaphosa verurteilte die Selbstjustiz scharf: "Niemand hat das Recht, auf der Straße einen Identitätsnachweis zu verlangen." Gleichzeitig kündigte er eine deutliche Verschärfung der Migrationspolitik an: strengere Grenzkontrollen, spezielle Einwanderungsgerichte und höhere Strafen für Arbeitgeber illegal Beschäftigter. Mehrere afrikanische Länder wie Ghana, Malawi und Mosambik bringen bereits ihre Staatsbürger in Sicherheit. QUELLE: https://www.tagesschau.de/ausland/afrika/migration-suedafrika-100.html VOLLTEXT: [VOLLSTÄNDIG GESCRAPED - 4933 Zeichen] Südafrika wird von gewalttätigen Protesten gegen illegale Einwanderung erschüttert. Präsident Ramaphosa hat Gewalt gegen Ausländer verurteilt und gleichzeitig eine härtere Migrationspolitik angekündigt. Ende April hatten die Protestmärsche begonnen – zuerst in East London, später auch in Johannesburg, Durban und Pretoria. Die Demonstranten verlangen ein härteres Vorgehen gegen illegale Zuwanderer, die sie für hohe Arbeitslosigkeit und Kriminalität verantwortlich machen. Zunächst friedlich, wurde die Stimmung zunehmend aggressiver. Ramaphosa warnt: "Niemand hat das Recht, jemanden auf der Straße anzusprechen und einen Identitätsnachweis zu verlangen. Für die Durchsetzung von Einwanderungsgesetzen ist der Staat zuständig." Die Gesetze sollen nun verschärft werden: strengere Grenzkontrollen, spezielle Einwanderungsgerichte, höhere Strafen für Arbeitgeber. Die migrationskritische Bewegung weist Fremdenfeindlichkeit zurück und wirft dem Präsidenten Fehleinschätzung vor. Die Opposition kritisiert, die Regierung wolle nur von ihrem Versagen ablenken. International nimmt der Druck zu – Ghana, Malawi und Mosambik bringen Staatsbürger in Sicherheit. Ramaphosa schickt Sondergesandte in Nachbarstaaten. ===============================================================================