Hoffnung auf die Conference League Augsburg schlägt Gladbach im Trainingsmodus
Der FC Augsburg hat beim 3:1 (2:0)-Sieg am Samstag gegen Borussia Mönchengladbach keine großen Probleme mit den passiven Gegnern und darf in der Fußball-Bundesliga weiter darauf hoffen, in der kommenden Saison international zu spielen.
Michael Gregoritsch brachte Augsburg in der 24. Minute in Führung, die Robin Fellhauer noch vor der Pause ausbaute (42.). Gregoritsch (72.) sorgte mit seinem zweiten Treffer für die Entscheidung. Mönchengladbach kam nur noch zum Anschlusstreffer durch Gio Reyna (90.+2).
Die Augsburger setzen ihren starken Endspurt fort, sind seit sechs Spielen ungeschlagen und zogen mit nunmehr 43 Punkten mit der Frankfurter Eintracht gleich. Sollte der Tabellensiebte aus Freiburg am Sonntag gegen den HSV nicht gewinnen, haben die Augsburger am 34. Spieltag noch die Chance auf Platz sieben und die Teilnahme an der Conference League. Der FCA ist am letzten Spieltag (Samstag, 16.05.2026, 15.30 Uhr) bei Union Berlin zu Gast.
Augsburgs Coach Manuel Baum sprach im Sportschau-Interview von einer "richtig geilen ersten Halbzeit", das Spiel sei nahe am Optimum gewesen. Trotz der famosen Rückrunde mit 28 Punkten wartet Augsburgs Trainer, der in der Hinrunde für den glücklosen Sandro Wagner übernommen hatte und Augsburg in die obere Tabellenhälfte führte, weiter auf ein neues Vertragsangebot für die kommende Saison.
Augsburgs Gregoritsch über Trainer Baum: "Extrem gute Beziehung"
Für Doppel-Torschütze Gregoritsch war der souveräne Sieg gegen Mönchengladbach ein weiterer Beleg dafür, wie gut das Team unter Trainer Manuel Baum arbeitet. "Jeder sieht, dass es eine extrem gute, vertrauensvolle Beziehung ist zwischen Trainer und Team", sagte Gregoritsch am Sportschau-Mikrofon und warb indirekt für eine Weiterbeschäftigung: "Wenn man sieht wie wir spielen, das macht schon Spaß und beeindruckt."
Die Augsburger erweckten gegen Gladbach allerdings zunächst nicht den Eindruck, als wollten sie in der kommenden Saison mit aller Macht international spielen. Der FCA setzte erst einmal auf gute, defensive Organisation. Weil auch die Gladbacher, die seit vergangener Woche den Klassenerhalt sicher haben, nicht unbedingt mit dem Messer zwischen den Zähnen antraten, war es in den ersten 20 Minuten ein gemütlicher Sommerkick - bis Kevin Stöger die Fans mit dem ersten gefährlichen Schuss in Richtung Tor weckte: Seine Direktabnahme aus knapp 20 Metern rauschte nur knapp am rechten Pfosten vorbei.
Augsburger Führung aus dem Nichts
Drei Minuten später traf dafür Augsburg - aus dem Nichts: Fellhauer wurde in halblinker Position im Strafraum freigespielt, Moritz Nicolas im Gladbacher Tor konnte nur nach vorne abklatschen, Gregoritsch schaltete schneller als Joe Scally und drückte den Ball über die Linie.
Vier Minuten später jubelte Gregoritsch erneut über einen vermeintlichen Doppelpack: Mert Kömür hatte den Ball am zweiten Pfosten zurück in die Mitte auf Gregoritsch geköpft, der Nicolas überwand. Aber die kalibrierte Linie des VAR verortete Augsburgs Stürmer minimal im Abseits.
Die Führung spielte aber Augsburg in die Karten, Gladbachs Defensive wirkte vor allem über die Flügel extrem anfällig und ließ sich immer wieder überrumpeln: Erneut war es Gregoritsch, der über die linke Seite durchbrach und aufs lange Eck zielte, der aufmerksame Nicolas verhinderte den zweiten Gegentreffer (35.).
Nur Gladbach-Keeper Nicolas zeigt Gegenwehr
Der nächste schnelle Konter über links führte dann doch zum längst verdienten 2:0: Kömür lief unbehelligt durchs Mittelfeld und bediente Fellhauer, Stöger kam auch nicht rechtzeitig hin - und Fellhauer vollendete mit einem platzierten Schuss ins lange Eck.
Die Borussia durfte sich vor allem bei ihrem Keeper bedanken, dass es nicht mit einem noch höheren Rückstand in die Pause ging: Kömür verlängerte Gregoritschs Vorlage per Kopf aufs lange Eck, Nicolas fischte die Kugel noch weg.
Der Borussen-Keeper bekam auch nach dem Seitenwechsel weiter Gelegenheit sich auszuzeichnen: Anton Kade ließ zwei Gladbacher stehen und stand frei vor Nicolas, der erneut glänzend parierte.
Gladbachs Polanski mit Dreifach-Wechsel - ohne echte Wirkung
Nach einer Stunde reagierte Gladbachs Coach Eugen Polanski, brachte mit Hugo Bolin, Robin Hack und Reyna gleich drei neue Kräfte für die bis dahin nicht vorhandene Offensive. In der Tat führte dies zur stärksten Gladbacher Phase, vor allem Hack brachte auf einmal neue Energie: Erst legte er ab auf Bolin, der Schwede jagte den Ball aus knapp 20 Metern knapp über den Querbalken (64.). Eine Minute später kam Hack dann selbst zum Abschluss, aber Finn Dahmen parierte sicher.
Gladbachs offensive fünf Minuten blieben aber nur eine Episode, weil Augsburg im Anschluss wieder einen Gang hochschaltete: Fellhauers Kopfball-Treffer nach einem Eckball wurde noch wegen einer Abseitsstellung einkassiert (69.). Drei Minuten später beseitigte dann aber Gregoritsch alle möglichen Zweifel am Augsburger Sieg. Kömürs verdeckter Schuss vom Strafraumeck konnte Nicolas zur Seite abwehren, der Österreicher staubte zum 3:0 ab.
Reynas Tor für Gladbach zu spät und zu wenig
Reynas Treffer in der Nachspielzeit konnte nicht mehr darüber hinwegtäuschen, dass die Gladbacher schon halb im Urlaubsmodus waren. Dem wollte auch der scheidende Kapitän Rocco Reitz im Sportschau-Interview nicht widersprechen: "Man hätte heute schon den Eindruck haben können, dass einige einen Haken hinter die Saison gemacht haben. Die Intensität, vor allem im Spiel gegen den Ball, war heute überhaupt nicht auf dem Platz."
Auch Gladbachs Coach zeigte sich "brutal unzufrieden" mit der Leistung seines Teams. "Wir waren heute ein sehr angenehmer Gegner für Augsburg." Polanski wollte den Spannungsabfall nach dem Klassenerhalt nicht als Ausrede gelten lassen. "Das darf nicht sein. Es sollte jetzt eher möglich sein, die letzten Spiele zu genießen. Und mehr zu wollen, als einfach nur auf dem Platz zu sein", sagte Polanski und kündigte einen anderen Auftritt zum Saisonfinale gegen Hoffenheim an: "Mit so einer Leistung dürfen wir uns nicht von den Fans verabschieden."