Inhaltliche Parallelen und Unterschiede — quellenbelegt und kategorisch
| Kategorie | NSDAP-Programm (1920) | AfD-Wahlprogramm (2025) |
|---|---|---|
| Internationale Verträge |
„Aufhebung der Friedensverträge von Versailles und St. Germain." (Punkt 2)
Als „Diktatfrieden" und nationale Demütigung empfunden.
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„Wir halten es für notwendig, dass Deutschland die Europäische Union verlässt und eine neue europäische Gemeinschaft gründet."
Austritt aus EU, Euro und Pariser Klimaabkommen gefordert.
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| Nationale Souveränität | „Gleichberechtigung des deutschen Volkes gegenüber den anderen Nationen" (Punkt 2) | Wiederherstellung voller nationaler Souveränität; EU als illegitime Einschränkung deutscher Handlungsfreiheit. |
| Opfer-Narrativ | Deutschland als Opfer der Siegermächte von 1918; „Schmach von Versailles". | Deutschland als Opfer von „EU-Bürokratie", „Altparteien" und „linkem Zeitgeist". |
| Kategorie | NSDAP-Programm (1920) | AfD-Wahlprogramm (2025) |
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| Volkszugehörigkeit |
„Volksgenosse ist nur, wer deutschen Blutes ist, ohne Rücksicht auf Konfession. Kein Jude kann daher Volksgenosse sein." (Punkt 4)
Biologisch-rassische Definition.
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Kulturell-sprachliche Definition: „Deutsche Leitkultur", „Kulturweitergabe". Keine biologische Rasse-Definition. |
| Einwanderung |
„Verhinderung weiterer Einwanderung Nichtdeutscher" (Punkt 8)
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Grenzschließungen, flächendeckende Zurückweisungen an den Grenzen, Aussetzung des Asylrechts de facto. |
| Rückführung |
„Ausweisung" von Nicht-Staatsbürgern bei Ernährungsknappheit (Punkt 7)
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„Remigration" als offizieller Programm-Begriff; großangelegte Abschiebungen; Leistungskürzung für Ausreisepflichtige. |
| Sozialleistungen |
„Sorgt der Staat in erster Linie für die Erwerbs- und Lebensmöglichkeit der Bürger" (Punkt 7)
Primat der eigenen Staatsangehörigen.
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Sachleistungen statt Geld für Asylbewerber; Absenkung auf „ein menschenwürdiges Existenzminimum"; Bürgergeld-Verschärfung speziell für Ausländer. |
| Kategorie | NSDAP-Programm (1920) | AfD-Wahlprogramm (2025) |
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| Grundrichtung |
„Brechung der Zinsknechtschaft" (Punkt 11, im Sperrdruck)
Antikapitalistisch, staatsinterventionistisch.
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„Freies Unternehmertum und Wirtschaftsstandort stärken"; Steuersenkungen; Abschaffung des Solidaritätszuschlags. Marktwirtschaftlich, neoliberal. |
| Verstaatlichung | Verstaatlichung von Trusts (Punkt 13), Kommunalisierung großer Warenhäuser (Punkt 16), Einziehung von Kriegsgewinnen (Punkt 12) | Keine Verstaatlichungsforderungen. Privatisierung und Deregulierung als Leitmotiv. |
| Rente | „Ausbau der Altersversorgung" (Punkt 15) — umlagebasiert, staatlich. | Kapitalgedeckte Rente, „Junior-Spardepot", Chancen des „Kapitalmarktes nutzen". |
| Kernprinzip |
„Gemeinnutz geht vor Eigennutz" (Punkt 24)
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„Eigenverantwortung der Bürger stärken, Handlungsspielräume vergrößern" |
| Kategorie | NSDAP-Programm (1920) | AfD-Wahlprogramm (2025) |
|---|---|---|
| Familienbild | Mutterschutz, Kinderschutz, „Hebung der Volksgesundheit" (Punkt 21); Schutz von „Mutter und Kind". HJ/BDM zur Formung der Jugend. | „Vater, Mutter, Kind" als Leitbild. Gegen „Gender-Ideologie" und „Frühsexualisierung". Keine Jugend-Staatsorganisation. |
| Geschlechterrollen | Klar getrennte Rollen: Frauen primär als Mütter; Sport und Gymnastik als Mutterschaftsvorbereitung. | Traditionelles Rollenbild; Ablehnung geschlechterpolitischer Reformen (drittes Geschlecht, Gendersprache). Partizipien statt Sternchen im Sprachgebrauch. |
| Abtreibung | Nicht explizit im 25-Punkte-Programm; spätere NS-Gesetze verschärften §218 drastisch. | Restriktive Haltung; Betonung des Lebensschutzes; keine explizite Totalverbots-Forderung. |
| Kategorie | NSDAP-Programm (1920) | AfD-Wahlprogramm (2025) |
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| Pressefreiheit |
„Sämtliche Schriftleiter und Mitarbeiter von Zeitungen, die in deutscher Sprache erscheinen, müssen Volksgenossen sein." (Punkt 23a)
Nichtdeutsche Zeitungen genehmigungspflichtig (Punkt 23b).
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Keine formelle Zensur-Forderung. Aber: „Systemmedien"- und „Lügenpresse"-Rhetorik; Forderung nach Reform/Abschaffung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks; „Staatsfunk"-Vorwurf. |
| Medienkontrolle | Juden explizit aus Presseberufen ausgeschlossen („dürfen nicht finanziell beteiligt sein"). | Will ÖRR-Beitrag abschaffen oder drastisch kürzen; Misstrauen gegen redaktionelle Unabhängigkeit. Kein Ausschluss nach Ethnie. |
| Kategorie | NSDAP-Programm (1920) | AfD-Wahlprogramm (2025) |
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| Zentralstaat |
„Starke Zentralgewalt des Reiches" (Punkt 25)
Unbedingte Autorität des politischen Zentralparlaments über die Bundesstaaten.
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Betonung nationaler Souveränität; aber auch direkte Demokratie (Volksabstimmungen nach Schweizer Vorbild). Kein explizites Diktatur-Plädoyer. |
| Parlamentarismus | Ablehnung des „korrumpierenden Parlamentarismus" (Punkt 6) und des „Parteienproporzes". | „Altparteien"- und „Kartellparteien"-Kritik, aber keine grundsätzliche Systemablehnung. Agiert im parlamentarischen Rahmen. |
| Führungsprinzip | Explizites Führerprinzip (später außerhalb des 25-Punkte-Programms durchgesetzt). | Formal demokratische Strukturen; keine Diktatur- oder Führerprinzip-Forderung im Programm. |
| Kategorie | NSDAP-Programm (1920) | AfD-Wahlprogramm (2025) |
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| Rechtssystem |
„Ersetzung des Römischen Rechts durch ein deutsches Gemeinrecht" (Punkt 19)
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Keine vergleichbare Forderung. Bekenntnis zum Grundgesetz. |
| Todesstrafe |
„Todesstrafe für Wucherer und Schieber" (Punkt 18)
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Keine Forderung nach Todesstrafe im Programm. |
| Kategorie | NSDAP-Programm (1920) | AfD-Wahlprogramm (2025) |
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| Wehrpflicht |
„Bildung eines Volksheeres" (Punkt 22)
Explizite Wiedereinführung der Wehrpflicht.
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Wiedereinführung der Wehrpflicht wird diskutiert, aber kein zentrales Programmpostulat. |
| Aufrüstung | Massive Aufrüstung als Programmziel (implizit in „Lebensraum"-Forderung, Punkt 3). | Bekenntnis zur Bundeswehr; Kritik an Auslandseinsätzen; Russland-freundliche Positionierung. Keine expansionistische Militärforderung. |
| Themenbereich | Parallele? | Einordnung |
|---|---|---|
| Außenpolitik / Internationale Ordnung | JA · STARK | Nationale Souveränität absolut gesetzt; bestehende Verträge als Unterdrückung; Opfer-Narrativ; Revision des internationalen Rahmens. |
| Volk, Migration & Staatsbürgerschaft | JA · STARK | Scharfe Exklusion von „Fremden"; Einwanderungsstopp; Rückführung; soziale Schlechterstellung. Methode: NSDAP rassisch, AfD kulturell. |
| Presse & Medien | JA · MITTEL | Bestehende Presse als Gegner; struktureller Umbau gewollt. NSDAP: Zensur. AfD: Delegitimierung + Finanzentzug. |
| Familie & Gesellschaft | JA · MITTEL | Traditionelles Familienbild; binäre Geschlechterrollen; Frau als Mutter. Keine Jugend-Staatsorganisation bei der AfD. |
| Wirtschaftssystem | NEIN | NSDAP: antikapitalistisch, staatsinterventionistisch. AfD: neoliberal, marktwirtschaftlich. Grundverschieden. |
| Expliziter Rassismus | NEIN | NSDAP: biologistisch-rassisch („Blut"). AfD: ethnokulturell. Keine Rassenlehre. |
| Antisemitismus | NEIN | NSDAP: zentrales Programmelement (Punkte 4–8, 23, 24). AfD: pro-Israel, kein Antisemitismus im Programm. |
| Demokratie & Staatsform | NEIN | NSDAP: offen antidemokratisch, Diktatur. AfD: agiert demokratisch, fordert direktdemokratische Elemente. |
| Militär & Expansion | NEIN | NSDAP: „Lebensraum", „Volksheer". AfD: keine expansionistische Doktrin, Bündnisskepsis. |