„Das war vielleicht die schönste Anmoderation, die ich seit langem gehört habe" – Believe in Me! (Please) im Podcast

16. Juni 2026 · Podcast-Folge · Gäste: Erik Haffner, Cornel Krizsan · Host: Stephan

In dieser Folge des Brettspiel-News-Podcasts begrüßt Host Stephan zwei der drei Designer von Believe in Me! (Please): Erik Haffner und Cornel Krizsan – zwei Menschen, die nicht nur Brettspiele entwickeln, sondern auch an deutschen Comedy-Meilensteinen wie Bernd das Brot, Pastewka und Sketch History mitgewirkt haben. Mit am Tisch sitzt außerdem Steffen, der die wichtige Rolle des Mannes übernimmt, der gelegentlich nickt und Fragen stellt.

Believe in Me! (Please) erscheint noch 2026 bei Würmgold. Das Spiel wurde über fast fünf Jahre entwickelt – begonnen noch vor der Corona-Pandemie – und verbindet das Thema falscher Gottheiten mit einem wilden Mix aus Tableau-Building, Deckbuilding, Worker Placement und einem verdeckten Stichmechanismus. Das Besondere: Das Thema stand zuerst da, inspiriert von Terry Pratchett und Monty Python, und die Mechaniken wurden darum herum gebaut. Ein Verlag, der das Götter-Thema durch Autos ersetzen wollte, bekam eine klare Absage.

Worum geht es?

Die Spielenden sind Gottheiten – oder besser: Scharlatane, die nur behaupten, für Naturphänomene verantwortlich zu sein. Je mehr Gläubige sie von ihrer göttlichen Macht überzeugen können, desto stärker werden sie. Doch Gläubige sind gleichzeitig die einzige Ressource und die Siegpunkte: Ständig muss abgewogen werden, ob man sie investiert oder hortet.

Jeder Gott besteht aus Kopf, Brust und Beinen – drei Körperteile mit über 700 Kombinationsmöglichkeiten, illustriert von Maren Gutt (die auch für Würmgolds Pagan verantwortlich zeichnet). Drei Gesinnungen stehen zur Wahl: Chaotisch (blau), Sanftmütig (gelb) und Zornig (rot). Ein reiner Gott zu werden, ist schwer – aber am mächtigsten.

Wer seinen Gott vollständig manifestiert hat, muss – laut Regelwerk – aufstehen und den Titel seiner Gottheit verkünden. Dafür gibt es drei zusätzliche Gläubige. Der einzige „Party-Effekt" im Spiel, und er ist freiwillig. Aber wer will schon auf drei Siegpunkte verzichten?

Was das Spiel so besonders macht

„Uns war total wichtig, dass das Thema nicht austauschbar ist. Ein Verlag hat gesagt: Am Ende machen wir das dann mit Autos und nicht mit Göttern. Da haben wir sofort gesagt: Dann aber leider nicht mit uns." Erik Haffner, Designer

Die Mischung aus existentialistischer Verzweiflung und trockenem Humor zieht sich durch das gesamte Spiel: Es gibt die Heilige Handgranate (ein Schelm, wer Böses denkt), den Falschen Propheten (einen Affen, der zwischen den Spielenden wandert und Gläubige frisst) und Monumente, die aus drei goldenen Eichhörnchen oder Heringen bestehen können. Der Humor ist allgegenwärtig, aber nie auf Kosten einer bestimmten Religion – es geht um das Konstrukt Religion an sich.

„Wir machen uns nicht über eine bestimmte Religion lustig, sondern über das Konstrukt. Über alle – und dadurch über keinen." Erik Haffner

Auf Messen hat sich gezeigt: Das Spiel sucht sich seine Zielgruppe selbst. Religionslehrer, Kirchenhistoriker und Anwälte gehörten zu den begeistertsten Testspielenden. Eine Dame, die zunächst kein „Amen" sagen wollte, rief es am Ende am lautesten.

Die Macher

Dass der Humor so präzise sitzt, ist kein Zufall. Alle drei Designer kommen aus der Filmbranche:

Kennengelernt haben sie sich an Filmsets – und in den typischen Wartezeiten zwischen den Drehs ihr gemeinsames Hobby entdeckt: Brettspiele.

Veröffentlichung & Gamefound

Believe in Me! (Please) erscheint regulär im Oktober 2026 zur Spiel in Essen zum Preis von rund 55 Euro. Zuvor – voraussichtlich in der zweiten Juni-Woche – startet eine Gamefound-Kampagne für Vorbestellende mit einer Divine Edition. Diese enthält:

Eine Preview-Seite soll in den nächsten Tagen online gehen. Auf Instagram postet das Team unter @believinmeplease regelmäßig Updates.

Für alle, die es vor Oktober testen wollen: Designer Henneke Holst wird mit einem Prototypen bei der Spieldau am Bodensee vor Ort sein.

Believe in Me! (Please) – Kurzübersicht

Designer
Erik Haffner, Cornel Krizsan, Henneke Holst
Illustratorin
Maren Gutt
Verlag
Würmgold (Wyrmgold GmbH)
Erscheinungsjahr
2026
Spielerzahl
2–4 (empfohlen: 3–4)
Preis (Retail)
ca. 55 €
Mechaniken
Hand Management, Worker Placement, Set Collection, Variable Player Powers, Auction: Sealed Bid, Victory Points as a Resource
BGG
Believe in Me! (Please) auf BoardGameGeek
Gamefound
Start 2. Juni-Woche 2026 (Preview-Page demnächst)
Instagram
@believinmeplease

Die Podcast-Folge hören

Die vollständige Folge mit Erik Haffner und Cornel Krizsan ist auf allen gängigen Podcast-Plattformen verfügbar. Themen der Folge:

  1. Vom Filmset zum Spieltisch – wie drei Comedy-Leute ein Brettspiel entwickeln
  2. Warum das Thema zuerst da war – und warum Autos keine Option sind
  3. Der Rundenablauf: Tableau, Aktionen, „Amen" – der verdeckte Stich um Phänomene
  4. 700+ Götter-Kombinationen und warum Sets absichtlich vermieden wurden
  5. Heilige Handgranaten, falsche Propheten und der „gut in der Hand liegende Stein von Jürgen dem Jüngeren"
  6. Die Gamefound-Kampagne: Was steckt in der Divine Edition?
  7. Easter Eggs, Eichhörnchen und Tommy Krabbeweiss – die Verbindungen zur Comedy-Welt

Quellen

  1. Believe in Me! (Please) auf BoardGameGeek – BGG-Eintrag mit Mechaniken, Designer-Daten und Cover-Bild
  2. Wyrmgold GmbH (Würmgold) – Verlag
  3. Interview mit Erik Haffner und Cornel Krizsan, Brettspiel-News-Podcast, 16. Juni 2026